Gummi-Formteile
Gummi-Formteile sind zentrale Komponenten in vielen Industriezweigen und werden insbesondere in der Serienfertigung dreidimensional konturierter Elastomerbauteile eingesetzt.
Mit langjähriger Erfahrung in Entwicklung und Fertigung realisiert Martan Gummi hochwertige Gummi-Formteile, abgestimmt auf die jeweiligen technischen Anforderungen – nach Zeichnung, Muster oder Vorgabe.
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Herstellungsverfahren für Gummiformteile
Die Fertigung von Gummiformteilen erfolgt über spezialisierte Verfahren, die gezielt auf Geometrie,
Stückzahl und technische Anforderungen abgestimmt werden. Ziel ist eine reproduzierbare Qualität
bei optimaler Nutzung der materialtypischen Eigenschaften von Elastomeren.
Pressen (Compression Molding)
Beim Pressen wird die Gummimischung direkt in ein beheiztes Werkzeug eingelegt und unter hohem Druck
in Form gebracht. Während des Pressvorgangs findet die Vulkanisation statt, bei der die Polymerketten
dauerhaft vernetzt werden und das Material seine endgültigen mechanischen Eigenschaften erhält.
Spritzpressen (Transfer Molding)
Beim Spritzpressen wird die Gummimischung über Kanäle in das geschlossene Werkzeug übertragen.
Die Vulkanisation erfolgt im beheizten Werkzeug. Dieses Verfahren eignet sich besonders für
komplexe Geometrien mit definierten Konturen.
Spritzguss (Injection Molding)
Im Spritzgussverfahren wird die Gummimischung plastifiziert und unter hohem Druck in die Form
eingespritzt. Dieses Verfahren ist besonders wirtschaftlich bei größeren Stückzahlen und
wird häufig für seriennahe Anwendungen eingesetzt.
Materialauswahl und Spezialmischungen
Die Werkstoffauswahl bestimmt Funktion, Beständigkeit und Lebensdauer der Gummiformteile.
Abhängig vom Einsatzbereich kommen Standardmischungen oder anwendungsspezifische Compounds
zum Einsatz, etwa für Abdichtungen, Dämpfung oder Schutzfunktionen.
Gummiformteile ergänzen weitere technische Lösungen wie
Gummidichtungen
oder
Gummiprofile
und werden häufig als funktionsintegrierte Bauteile eingesetzt.
Standardmischungen
- EPDM: Beständig gegenüber Witterung, Ozon und Alterung.
- NBR: Geeignet für öl- und kraftstoffbelastete Anwendungen.
- SBR: Bewährter Werkstoff für vielseitige industrielle Anwendungen.
- Silikon (VMQ): Hohe Temperaturbeständigkeit für sensible Einsatzbereiche.
- CR (Chloropren): Gute Beständigkeit gegen Witterung und Chemikalien.
- FKM (Viton®): Hohe Beständigkeit gegenüber Hitze und aggressiven Medien.
Spezialmischungen
- Urethan (AU/EU) für hohe Abrieb- und Belastungsanforderungen.
- HNBR für erhöhte Beständigkeit gegen Ozon, Chemikalien und Temperatur.
- Metalldetektierbare Gummiformteile für sicherheitskritische Bereiche.
- Gummiformteile mit optimierten Gleiteigenschaften.
- Elektrisch leitfähige oder isolierende Gummiformteile.
- FDA- und BfR-konforme Gummiformteile für den Lebensmittelkontakt.
Individuelle Anpassungen und Prototypenentwicklung
In enger Abstimmung mit unseren Kunden entwickeln wir Gummiformteile nach Zeichnung,
Muster oder technischer Vorgabe. Möglich sind Sonderhärten von 10 bis 90 Shore A
sowie individuelle Farbgestaltungen nach RAL.
Prototypenfertigung
Vor der Serienfertigung entstehen häufig Prototypen zur Funktions- und Passformprüfung.
Diese unterstützen die technische Auslegung und ermöglichen Anpassungen in einer frühen Phase.
Qualität und Service
Technische Beratung, saubere Materialauswahl und reproduzierbare Fertigungsprozesse
sichern eine gleichbleibend hohe Qualität. Gummiformteile von Martan Gummi sind
Bestandteil eines umfassenden Sortiments an
Gummi-Produkten
für industrielle Anwendungen.
Einsatzbereiche von Gummiformteilen
Gummiformteile werden in zahlreichen Industriebereichen eingesetzt, in denen definierte
Materialeigenschaften, Formstabilität und Dauerbelastbarkeit gefordert sind. Durch ihre
dreidimensionale Geometrie übernehmen sie häufig mehrere Funktionen gleichzeitig.
Maschinen- und Anlagenbau
Im Maschinenbau dienen Gummiformteile unter anderem zur Schwingungsdämpfung,
Abdichtung beweglicher Komponenten oder zum Schutz empfindlicher Bauteile.
Typische Anwendungen sind Lagerungen, Anschläge oder Formdichtungen.
Ergänzend kommen hier häufig
Gummipuffer
und
Gummi-Metall-Verbindungen
zum Einsatz.
Automobilindustrie und Fahrzeugtechnik
In der Fahrzeugtechnik werden Gummiformteile für Dicht-, Dämpf- und Führungselemente
verwendet. Sie müssen dauerhaft wechselnden Temperaturen, Medien und dynamischen
Belastungen standhalten.
Elektrotechnik und Elektronik
In elektrotechnischen Anwendungen übernehmen Gummiformteile Isolations-,
Schutz- oder Dichtfunktionen. Je nach Anforderung werden elektrisch isolierende
oder leitfähige Mischungen eingesetzt.
Lebensmittel- und Verpackungstechnik
Für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln kommen speziell geprüfte Materialien zum Einsatz.
Diese Gummiformteile erfüllen Anforderungen an Hygiene, Temperaturbeständigkeit
und gesetzliche Vorgaben.
In diesem Umfeld werden häufig auch
Lebensmittelgummi
eingesetzt.
Chemie- und Prozessindustrie
In chemischen Anlagen müssen Gummiformteile gegenüber aggressiven Medien,
Druck und Temperatur beständig sein. Hier kommen bevorzugt spezielle Compounds
wie FKM oder HNBR zum Einsatz.
Abgrenzung zu anderen Gummi-Halbzeugen
Im Vergleich zu flächigen oder linear extrudierten Produkten zeichnen sich
Gummiformteile durch ihre komplexe Geometrie aus. Für einfache Dicht- oder
Schutzaufgaben werden alternativ Gummiplatten oder Gummiprofile
eingesetzt.
Gummiformteile kommen immer dann zum Einsatz, wenn standardisierte Halbzeuge
die funktionalen Anforderungen nicht abdecken.
Anfrage, Zeichnungsdaten und technische Angaben
Für die Fertigung von Gummiformteilen sind klare technische Angaben entscheidend.
Je präziser die Anforderungen definiert sind, desto effizienter lassen sich Werkstoff,
Herstellungsverfahren und Werkzeugauslegung abstimmen.
Technische Grundlagen für die Anfrage
Gummiformteile werden in der Regel auf Basis von Zeichnungen, Mustern oder konkreten
Funktionsbeschreibungen entwickelt. Relevante Angaben sind unter anderem Geometrie,
Toleranzen, Einsatzbedingungen sowie gewünschte Stückzahlen.
- 2D- oder 3D-Zeichnungen (z. B. PDF, STEP)
- Angaben zu Medium, Temperatur und mechanischer Belastung
- Gewünschter Werkstoff oder Einsatzumgebung
- Stückzahlen für Prototyp und Serie
Toleranzen und Serienfähigkeit
Die erreichbaren Toleranzen hängen vom gewählten Herstellungsverfahren,
vom Werkstoff sowie von der Bauteilgeometrie ab. Bereits in der Konstruktionsphase
erfolgt eine Abstimmung, um eine wirtschaftliche Serienfertigung sicherzustellen.
Von der Anfrage bis zur Serie
Nach Prüfung der technischen Unterlagen erfolgt eine Bewertung hinsichtlich
Machbarkeit, Materialauswahl und Fertigungsweg. Anschließend werden Prototypen
oder Erstmuster gefertigt und freigegeben, bevor die Serienproduktion startet.
Für technische Rückfragen oder konkrete Projektanfragen stehen wir direkt über
unser
Kontaktformular
zur Verfügung.
Alternativ kann eine strukturierte Projektanfrage über den Bereich
Anfrage
übermittelt werden.
Vorteile individueller Gummiformteile
Individuell gefertigte Gummiformteile bieten gegenüber Standardprodukten klare funktionale und wirtschaftliche Vorteile. Sie werden exakt auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt und übernehmen häufig mehrere Funktionen innerhalb einer Baugruppe.
- Passgenaue Geometrie für definierte Einbausituationen
- Gezielte Materialauswahl nach mechanischen, thermischen und chemischen Anforderungen
- Hohe Funktionssicherheit und lange Standzeiten
- Integration von Dicht-, Dämpf- oder Schutzfunktionen in einem Bauteil
- Serienfähigkeit bei gleichbleibender Qualität
In vielen Anwendungen ersetzen Gummiformteile mehrere Einzelkomponenten und reduzieren so Montageaufwand und Fehlerquellen.
Häufige Fragen zu Gummiformteilen
Ab welchen Stückzahlen lohnt sich die Fertigung von Gummiformteilen?
Die Wirtschaftlichkeit hängt vom Herstellungsverfahren, der Bauteilgeometrie und dem eingesetzten Werkstoff ab. Gummiformteile eignen sich sowohl für Kleinserien als auch für größere Serien, insbesondere bei technischen Sonderanforderungen oder funktionskritischen Bauteilen.
Welche Daten werden für ein Angebot benötigt?
Für eine fundierte Bewertung werden Zeichnungen, Muster oder eine klare Funktionsbeschreibung benötigt. Ergänzend sind Angaben zu Einsatzbedingungen, Medienkontakt, Temperaturbereich und geplanten Stückzahlen sinnvoll.
Sind Kombinationen mit Metall oder anderen Werkstoffen möglich?
Ja, Gummiformteile lassen sich mit anderen Materialien kombinieren. Besonders verbreitet sind Gummi-Metall-Verbindungen, bei denen Elastomer und Metallelemente dauerhaft miteinander verbunden werden.
Welche Alternativen gibt es zu Gummiformteilen?
Je nach Anwendung können auch standardisierte Halbzeuge eingesetzt werden, etwa Gummiplatten, Gummiprofile oder Gummidichtungen. Bei komplexen Geometrien und integrierten Funktionen bieten Gummiformteile jedoch die technisch passendere Lösung.
Unterstützen Sie auch bei Materialauswahl und Konstruktion?
Die Auslegung von Werkstoff, Härte und Fertigungsverfahren erfolgt in technischer Abstimmung. Ziel ist eine serienfähige Lösung mit definierter Funktion und reproduzierbarer Qualität.