Dichtungsmaterialien für den Trinkwasserkontakt

Dichtungen im Trinkwasserkontakt erfüllen eine zentrale Sicherheitsfunktion innerhalb von Trinkwasserinstallationen. Sie verhindern Leckagen, sichern die hygienische Qualität des Wassers und stehen häufig über viele Jahre hinweg in dauerhaftem Kontakt mit einem besonders sensiblen Medium. Bereits geringe Materialveränderungen, Migrationen oder ungeeignete Rezepturen können sich unmittelbar auf die Trinkwasserqualität auswirken. Entsprechend hoch sind die technischen, hygienischen und rechtlichen Anforderungen an Dichtungsmaterialien für diesen Einsatzbereich.

Im Gegensatz zu klassischen Industrieanwendungen steht bei Trinkwasserdichtungen nicht allein die mechanische Funktion im Vordergrund. Entscheidend sind vielmehr Materialreinheit, Langzeitstabilität, sensorische Neutralität sowie eine eindeutig nachgewiesene Eignung gemäß geltender Regelwerke.

Warum spezielle Dichtungsmaterialien im Trinkwasserbereich notwendig sind

Trinkwasser zählt in Europa zu den am strengsten überwachten Lebensmitteln. Alle Materialien, die mit Trinkwasser in Berührung kommen, dürfen weder gesundheitsrelevante Stoffe abgeben noch Geruch, Geschmack oder Aussehen des Wassers verändern. Schon kleinste Mengen an Weichmachern, Restmonomeren oder Abbauprodukten können kritisch sein.

Herkömmliche Dichtungen aus dem allgemeinen Maschinen- oder Anlagenbau erfüllen diese Anforderungen in der Regel nicht. Sie sind häufig auf Ölbeständigkeit, chemische Resistenz oder mechanische Belastbarkeit optimiert, jedoch nicht auf hygienische Langzeitanwendungen mit Wasser. Der Einsatz ungeeigneter Materialien kann langfristig zu Kontaminationen, Materialabbau oder Funktionsverlust führen.

Gesetzliche Anforderungen und relevante Normen

Für Dichtungsmaterialien im Trinkwasserkontakt gelten in Deutschland und Europa verbindliche Regelwerke, die eine hygienische Eignung sicherstellen:

  • KTW-BWGL regelt die hygienische Bewertung von organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser. Sie definiert Prüfverfahren, Grenzwerte und Migrationsanforderungen für Elastomere und Kunststoffe.

  • DVGW-Zulassungen bestätigen die Einsatzfähigkeit von Produkten und Werkstoffen innerhalb der Trinkwasserinstallation und sind insbesondere im Sanitär- und Versorgungsbereich relevant.

  • Empfehlungen des Umweltbundesamtes (UBA) bilden die Grundlage für die Beurteilung hygienischer Risiken und fließen direkt in nationale Regelwerke ein.

  • EU-Trinkwasserrichtlinie sorgt für eine europaweite Harmonisierung der Anforderungen an Materialien mit Trinkwasserkontakt.

Nur Dichtungen, deren Materialzusammensetzung geprüft und dokumentiert ist, dürfen dauerhaft in Trinkwasseranlagen eingesetzt werden. Eine reine Materialbezeichnung ohne konkrete Zulassung reicht dafür nicht aus.

Geeignete Dichtungsmaterialien für den Trinkwasserkontakt

EPDM

EPDM zählt zu den wichtigsten und am häufigsten eingesetzten Elastomeren im Trinkwasserbereich. Das Material bietet eine sehr gute Beständigkeit gegenüber Wasser, Dampf und Heißwasser und zeichnet sich durch eine hohe Alterungs- und Ozonbeständigkeit aus. Aufgrund seiner stabilen Polymerstruktur weist EPDM nur eine geringe Neigung zur Migration auf.

EPDM-Qualitäten mit KTW-BWGL- und DVGW-Zulassung werden bevorzugt in Warm- und Kaltwasserleitungen, Rohrverbindungen, Armaturen, Ventilen sowie in der Sanitärtechnik eingesetzt. Entscheidend ist dabei stets die geprüfte Rezeptur, da nicht jede EPDM-Mischung automatisch trinkwassergeeignet ist.

Silikon

Silikon-Dichtungen kommen vor allem dort zum Einsatz, wo hohe Temperaturbereiche, große Elastizität oder besondere Anforderungen an die Flexibilität bestehen. Trinkwassergeeignete Silikone sind physiologisch unbedenklich, geruchs- und geschmacksneutral und zeigen ein sehr gutes Rückstellverhalten.

Typische Einsatzbereiche sind Haushaltsgeräte mit Trinkwasseranschluss, Filteranlagen, Dosiersysteme sowie sensible Anwendungen mit wechselnden Temperaturen. Silikon weist jedoch eine geringere mechanische Belastbarkeit auf als EPDM und wird daher gezielt und anwendungsabhängig eingesetzt.

NBR (eingeschränkt geeignet)

NBR wird im Trinkwasserbereich nur unter bestimmten Voraussetzungen verwendet. Speziell formulierte und geprüfte NBR-Qualitäten können eine Trinkwasserzulassung erhalten, insbesondere für Anwendungen mit höherer mechanischer Beanspruchung oder bestimmten Dichtgeometrien.

Die Eignung hängt stark von der konkreten Rezeptur ab. Ohne entsprechende Zulassung ist NBR für den dauerhaften Trinkwasserkontakt nicht geeignet.

Dichtungsmaterialien mit Einschränkungen oder Ausschluss

FKM (Viton)

FKM bietet eine hervorragende chemische und thermische Beständigkeit und wird häufig in anspruchsvollen Industrieanwendungen eingesetzt. Für den Trinkwasserkontakt ist das Material jedoch nur in Ausnahmefällen geeignet. Ohne spezielle Prüfungen und Freigaben besteht ein erhöhtes Risiko der Stoffmigration.

Aus diesem Grund wird FKM überwiegend für technische Medien, Prozessflüssigkeiten oder industrielle Anwendungen außerhalb der Trinkwasserinstallation verwendet.

Naturkautschuk und ungeprüfte Elastomere

Naturkautschuk sowie nicht geprüfte Elastomermischungen sind für den direkten Trinkwasserkontakt ungeeignet. Sie können organische Bestandteile, Geruchsstoffe oder unerwünschte Nebenprodukte abgeben und unterliegen häufig einer schnellen Alterung im Wasserkontakt.

Der Einsatz solcher Materialien stellt ein hygienisches Risiko dar und ist in Trinkwasseranlagen unzulässig.

Typische Anwendungsbereiche von Trinkwasserdichtungen

Dichtungsmaterialien mit Trinkwasserzulassung kommen in zahlreichen Bereichen zum Einsatz:

  • Trinkwasserleitungen und Rohrverbindungen

  • Armaturen, Ventile und Absperreinrichtungen

  • Wasserzähler, Rückflussverhinderer und Filteranlagen

  • Sanitärtechnik in Wohn- und Zweckbauten

  • Industrielle Trinkwassersysteme und Versorgungsanlagen

In all diesen Anwendungen ist die dauerhafte Materialstabilität ebenso relevant wie die nachgewiesene hygienische Unbedenklichkeit.

Auswahlkriterien für die Praxis

Bei der Auswahl geeigneter Dichtungsmaterialien für den Trinkwasserkontakt sollten mehrere Faktoren systematisch berücksichtigt werden:

  • Vorhandene Trinkwasserzulassung und dokumentierte Prüfzeichen

  • Temperaturbereich des Mediums sowie mögliche Temperaturschwankungen

  • Druckbelastung und mechanische Beanspruchung

  • Kontaktzeit und erwartete Lebensdauer der Dichtung

  • Dichtungsgeometrie und Einbausituation

Eine materialgerechte Auswahl reduziert Ausfallrisiken, Wartungsaufwand und hygienische Unsicherheiten erheblich.

Häufige Fehler bei der Materialwahl

In der Praxis treten immer wieder typische Fehler auf:

  • Einsatz ungeprüfter Standarddichtungen ohne Trinkwasserfreigabe

  • Gleichsetzung von Lebensmittel- und Trinkwasserzulassung

  • Vernachlässigung von Temperatur- und Druckanforderungen

  • Fehlende oder unvollständige Dokumentation der Materialfreigabe

Diese Fehler können langfristig zu Funktionsstörungen oder hygienischen Problemen führen.

Abschließend

Dichtungsmaterialien für den Trinkwasserkontakt erfordern eine besonders sorgfältige Auswahl, da sie unmittelbar Einfluss auf Hygiene, Sicherheit und Langzeitstabilität von Trinkwasseranlagen haben. Maßgeblich ist weniger der Werkstoffname als die konkret geprüfte und dokumentierte Materialqualität.

Elastomere wie EPDM und Silikon haben sich im Trinkwasserbereich bewährt, sofern sie über eine gültige KTW-BWGL- und gegebenenfalls DVGW-Zulassung verfügen. Andere Materialien eignen sich nur eingeschränkt oder ausschließlich für technische Anwendungen außerhalb des Trinkwasserkontakts. Eine normgerechte Materialauswahl, abgestimmt auf Temperatur, Druck und Einsatzdauer, trägt wesentlich zur Betriebssicherheit und zur dauerhaften Sicherung der Trinkwasserqualität bei.

Häufige Fragen zu Dichtungsmaterialien für den Trinkwasserkontakt

Welche Dichtungen eignen sich für den Trinkwasserkontakt?

Für den Trinkwasserkontakt eignen sich ausschließlich Dichtungen, deren Material nach KTW-BWGL geprüft und hygienisch bewertet wurde. In vielen Anwendungen ist zusätzlich eine DVGW-Zulassung erforderlich, insbesondere im Bereich der Trinkwasserinstallation.

Ist eine lebensmittelechte Dichtung automatisch trinkwassergeeignet?

Eine Lebensmittelzulassung reicht für den Trinkwasserkontakt nicht aus. Trinkwasser stellt höhere Anforderungen an Migration, Langzeitstabilität sowie Geruchs- und Geschmacksneutralität. Entscheidend ist immer die explizite Trinkwasserfreigabe.

Warum wird EPDM so häufig im Trinkwasserbereich eingesetzt?

EPDM bietet eine sehr gute Beständigkeit gegenüber Wasser, Dampf und Heißwasser sowie eine geringe Neigung zur Stoffmigration. In geprüfter Qualität eignet sich das Material für zahlreiche Anwendungen in Warm- und Kaltwasserinstallationen.

Kann Silikon dauerhaft im Trinkwasserkontakt verwendet werden?

Trinkwassergeeignete Silikone sind hygienisch unbedenklich und temperaturbeständig. Sie werden vor allem dort eingesetzt, wo hohe Flexibilität oder wechselnde Temperaturen gefordert sind. Die mechanische Belastbarkeit ist im Vergleich zu EPDM geringer.

Welche Rolle spielt die Alterung von Dichtungen im Trinkwasser?

Mit zunehmender Einsatzdauer verändern sich Elastizität, Rückstellverhalten und Oberflächenstruktur. Eine regelmäßige Kontrolle und ein geplanter Austausch tragen wesentlich zur dauerhaften Sicherung der Trinkwasserqualität bei.

Unsere Gummiplatten

Für die Industrie und Gewerbe bieten wir verschiedenste Gummiplatten.

SBR Gummiplatte

Unsere hochwertige SBR Gummiplatte (Styrol-Butadien-Kautschuk) ist die Lösung für zahlreiche industrielle und gewerbliche Anwendungen. Diese Gummiplatte wird aus erstklassigem Styrol-Butadien-Kautschuk hergestellt und zeichnet sich durch ihre hervorragenden physikalischen Eigenschaften aus.

EPDM Gummiplatte

Entdecken Sie die Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit unserer EPDM Gummiplatte, die aus Ethylen-Propylen-Dien-Monomer (EPDM) hergestellt wird. Diese hochwertige Elastomerlösung ist speziell entwickelt worden, um den anspruchsvollsten industriellen und kommerziellen Anwendungen gerecht zu werden.

NBR Gummiplatte

Die NBR Gummiplatte ist ein hochwertiges Industrieprodukt, das speziell für Anwendungen entwickelt wurde, bei denen eine ausgezeichnete Beständigkeit gegenüber Ölen, Fetten und verschiedenen Chemikalien erforderlich ist. 

Viton Gummiplatte

Die Viton Gummiplatte ist ein hochwertiges technisches Produkt, das für eine Vielzahl von industriellen Anwendungen zum Einsatz kommt. Hergestellt aus Fluorkautschuk (FKM), bietet sie herausragende Eigenschaften, die sie zur idealen Wahl für extreme Bedingungen machen.

FKM Gummiplatte

Die FKM Gummiplatte ist ein hochwertiges technisches Produkt, das sich ideal für den Einsatz in anspruchsvollen industriellen Anwendungen eignet. Gefertigt aus Fluorkautschuk (FKM), zeichnet sie sich durch eine Vielzahl herausragender Eigenschaften aus, die sie zur optimalen Wahl für extreme Einsatzbedingungen machen.

Silikon Gummiplatte

Die Silikon Gummiplatte ist ein erstklassiges technisches Produkt, das speziell für Anwendungen entwickelt wurde, die hohe Anforderungen an Temperaturbeständigkeit und Flexibilität stellen.

PUR Gummiplatte

Die PUR Gummiplatte, gefertigt aus hochwertigem Polyurethan, ist ein technisch fortschrittliches Produkt, das für Anwendungen entwickelt wurde, die höchste Ansprüche an Abriebfestigkeit und mechanische Belastbarkeit stellen.

Neopren Gummiplatte

Die Neopren Gummiplatte, hergestellt aus hochwertigem Chloropren-Kautschuk (CR), ist ein vielseitiges technisches Produkt, das sich ideal für eine Vielzahl von industriellen und gewerblichen Anwendungen eignet.