Diallylphthalat (DAP)

Diallylphthalat gehören zur Gruppe der Duroplaste

Diallylphthalat (DAP) ist ein duroplastischer Formstoff auf Polyesterbasis. Der Werkstoff härtet unter Wärme und Druck irreversibel aus und eignet sich für Anwendungen mit hohen Anforderungen an Maßhaltigkeit, elektrische Isolation und thermische Stabilität.

DAP wird überwiegend als Pressmasse verarbeitet. Nach dem Aushärten zeigt das Material eine sehr geringe Kriechneigung, eine hohe Oberflächenhärte und stabile elektrische Kennwerte. Diese Eigenschaften machen Diallylphthalat zu einem etablierten Werkstoff für technische Bauteile in der Elektrotechnik und im Apparatebau.

Im Vergleich zu thermoplastischen Kunststoffen bleibt die Form auch unter dauerhafter Wärmebelastung stabil. Innerhalb der Werkstoffgruppe der Duroplaste nimmt DAP eine Sonderstellung ein, da es gute elektrische Eigenschaften mit präziser Formgebung verbindet.

Eigenschaften von Diallylphthalat

Diallylphthalat zeichnet sich durch ein ausgewogenes Eigenschaftsprofil aus, das speziell für präzise und elektrisch belastete Bauteile entwickelt wurde. Als duroplastischer Werkstoff bleibt die Materialstruktur auch unter thermischer Dauerbeanspruchung formstabil.

Mechanische Eigenschaften

DAP besitzt eine hohe Oberflächenhärte und eine geringe Kriechneigung. Die Maßhaltigkeit bleibt auch bei engen Toleranzen erhalten. Die mechanische Festigkeit eignet sich für formstabile, dünnwandige Bauteile.

Thermische Eigenschaften

Der Werkstoff zeigt eine gute Wärmeformbeständigkeit und behält seine Eigenschaften über einen breiten Temperaturbereich. Eine nachträgliche Umformung ist aufgrund der duroplastischen Vernetzung ausgeschlossen.

Elektrische Eigenschaften

Diallylphthalat bietet sehr gute elektrische Isoliereigenschaften, eine hohe Durchschlagfestigkeit und stabile Kennwerte auch bei Temperatur- und Feuchtebelastung. Dadurch eignet sich der Werkstoff für isolierende Funktionsteile.

Innerhalb der Gruppe der Duroplaste gilt DAP als Werkstoff für Anwendungen, bei denen elektrische Sicherheit und Maßpräzision kombiniert gefordert sind.

Anwendungsbereiche von Diallylphthalat

Diallylphthalat wird eingesetzt, wenn Bauteile dauerhaft formstabil bleiben und gleichzeitig zuverlässige elektrische Isolation gewährleisten sollen. Der Werkstoff eignet sich besonders für präzise Formteile mit engen Toleranzen.

Elektrotechnik und Elektronik

In der Elektrotechnik wird DAP für Isolierkörper, Schalterteile, Klemmengehäuse und Trägerplatten verwendet. Die stabilen elektrischen Kennwerte bleiben auch bei erhöhter Temperatur und Feuchte erhalten.

Apparate- und Gerätebau

Im Apparatebau kommt Diallylphthalat für formstabile Funktionsteile zum Einsatz, bei denen Maßgenauigkeit und Oberflächenhärte gefordert sind. Typische Anwendungen sind Abstandshalter, Abdeckungen und konstruktive Isolierteile.

Technische Spezialanwendungen

Durch die Kombination aus mechanischer Festigkeit und elektrischer Isolation eignet sich DAP für Anwendungen in Mess- und Prüftechnik sowie für spezialisierte Industriekomponenten.

Für vergleichbare Einsatzbereiche stehen auch weitere technische Kunststoffe zur Verfügung, deren Eigenschaften je nach Anforderung variieren.

Verarbeitung von Diallylphthalat

Diallylphthalat wird als duroplastischer Formstoff überwiegend im Pressverfahren verarbeitet. Die Formgebung erfolgt unter definiertem Druck und erhöhter Temperatur, wobei der Werkstoff irreversibel aushärtet.

Pressverfahren

DAP liegt in der Regel als Pressmasse vor und wird in beheizten Werkzeugen verpresst. Während des Pressvorgangs vernetzt das Material vollständig und erreicht seine endgültige mechanische und elektrische Eigenschaftsausprägung.

Maßhaltigkeit und Oberflächenqualität

Durch die formgebundene Aushärtung lassen sich Bauteile mit hoher Maßgenauigkeit und gleichmäßiger Oberflächenstruktur herstellen. Nachträgliche Umform- oder Schweißprozesse sind werkstoffbedingt ausgeschlossen.

Konstruktive Hinweise

Bei der Bauteilkonstruktion sind feste Geometrien und definierte Wandstärken zu berücksichtigen. Änderungen am Bauteil sind ausschließlich über neue Werkzeuge realisierbar.

Für alternative Verarbeitungsansätze kommen andere Kunststoffe mit thermoplastischen Eigenschaften in Betracht.

Vorteile und Einschränkungen von Diallylphthalat

Diallylphthalat bietet ein spezifisches Eigenschaftsprofil für technisch anspruchsvolle Anwendungen. Die Auswahl des Werkstoffs erfolgt auf Basis klar definierter funktionaler Anforderungen.

Vorteile

  • Hohe Maßhaltigkeit auch bei thermischer Dauerbelastung
  • Sehr gute elektrische Isoliereigenschaften
  • Geringe Kriechneigung und hohe Oberflächenhärte
  • Stabile Eigenschaften über lange Einsatzzeiten

Einschränkungen

  • Irreversible Aushärtung ohne nachträgliche Umformmöglichkeit
  • Bauteiländerungen erfordern neue Werkzeuge
  • Geringere Schlagzähigkeit im Vergleich zu vielen Thermoplasten

Für Anwendungen mit flexibler Weiterverarbeitung oder häufigen Designänderungen eignen sich andere Kunststoffe mit thermoplastischem Charakter.

Alternativen zu Diallylphthalat

Je nach Anforderung an Mechanik, Temperaturbeständigkeit oder Verarbeitbarkeit kommen neben Diallylphthalat weitere technische Werkstoffe infrage. Die Auswahl richtet sich nach Funktion, Stückzahl und konstruktivem Freiheitsgrad.

Phenolharze (PF)

Phenolharze zählen ebenfalls zu den Duroplasten und bieten gute elektrische Isolation sowie hohe Temperaturbeständigkeit. Im Vergleich zu DAP stehen eher robuste Bauteile mit geringerer Maßpräzision im Fokus.

Epoxidharze (EP)

Epoxidharze werden für elektrisch und mechanisch belastete Bauteile eingesetzt. Sie ermöglichen komplexe Geometrien, erfordern jedoch meist längere Aushärtezeiten und unterscheiden sich in der Oberflächenqualität.

Thermoplaste für Isolieranwendungen

Für Anwendungen mit Bedarf an nachträglicher Umformung oder häufigen Konstruktionsanpassungen eignen sich thermoplastische Kunststoffe wie Polyamid oder PBT. Diese Werkstoffe bieten höhere Flexibilität in der Verarbeitung.

Diallylphthalat wird bevorzugt gewählt, wenn Maßhaltigkeit, elektrische Stabilität und reproduzierbare Bauteilqualität im Vordergrund stehen.

Diallylphthalat – Einordnung für die Werkstoffauswahl

Diallylphthalat eignet sich für Anwendungen mit klar definierten Geometrien, hohen Anforderungen an Maßhaltigkeit und stabilen elektrischen Eigenschaften. Als duroplastischer Formstoff bietet der Werkstoff eine dauerhafte Formstabilität auch unter thermischer Belastung.

Der Einsatz von DAP empfiehlt sich insbesondere bei präzisen Formteilen in der Elektrotechnik, im Apparatebau und in technischen Spezialanwendungen. Die Auswahl erfolgt typischerweise dann, wenn reproduzierbare Bauteilqualität und elektrische Sicherheit im Vordergrund stehen.

Bei Anwendungen mit Bedarf an flexibler Weiterverarbeitung, häufigen Designanpassungen oder höherer Schlagzähigkeit kommen alternative Kunststoffe infrage.

Häufige Fragen zu Diallylphthalat

Diallylphthalat – welcher Kunststofftyp?

Diallylphthalat zählt zu den duroplastischen Kunststoffen. Der Werkstoff vernetzt während der Verarbeitung dauerhaft und erreicht dadurch eine hohe Form- und Maßstabilität.

Wofür eignet sich DAP besonders?

DAP eignet sich für präzise Formteile mit Anforderungen an elektrische Isolation, thermische Stabilität und reproduzierbare Bauteilqualität, etwa in der Elektrotechnik und im Apparatebau.

Wie erfolgt die Verarbeitung von Diallylphthalat?

Die Verarbeitung erfolgt überwiegend im Pressverfahren unter Wärme und Druck. Dabei härtet der Werkstoff vollständig aus und erreicht seine endgültigen Eigenschaften.

Welche Vorteile bietet DAP gegenüber anderen Werkstoffen?

Diallylphthalat bietet eine hohe Maßhaltigkeit, stabile elektrische Kennwerte und eine gleichmäßige Oberflächenqualität über lange Einsatzzeiten.

Welche Werkstoffalternativen kommen infrage?

Je nach Anwendung eignen sich weitere Kunststoffe wie andere Duroplaste oder thermoplastische Isolierwerkstoffe mit abweichendem Eigenschaftsprofil.